Grundsätzlich
unterscheidet man zwischen zwei Bereichen, der Flach- und der
Hohlglasmalerei. Dem Glasmaler stehen verschiedene Techniken zur
Verfügung,
z. B. das Auftragen einer dickeren, transparenten oder deckenden
Farbschicht, das hauchdünne Mattieren der Oberfläche, feine
Liniensetzung mit Pinsel oder Zeichenfeder, Herauskratzen von Farbe
oder Auflegen dicker Hochemailschichten und einiges mehr. Neben
farbigen Glasmalfarben kann man auch Gold, Silber, Platin oder farbige
Metalloxide aufbrennen. Die Farben werden in einem speziellen Brennofen
bei ca.
600 °C auf das Glas aufgeschmolzen.
Kurfürsten-Humpen, Werkstück aus der Zeit meiner Ausbildung
an der Glasfachschule Zwiesel.
Kurfürsten Humpen ,
Werkstück aus der Zeit meiner Ausbildung in der Glasfachschule Zwiesel.
Das frühe Waldglas war noch nicht ganz klar und von Bläschen
durchsetzt. Diese Gläser sind voller Charakter, keines gleicht dem
anderen. Bei dieser Malerei arbeitet der Glasmaler in mehereren
Schritten. Zuerst wird für das Motiv eine Pausschablone aus
Transparentpapier gefertigt. Anschließend wird das Motiv auf den
Hohlglaskörper übertragen. Dann schwemmt man die farbigen Flächen mit
Glasmalfarben und brennt diese ein. Mit viel Geduld wird nun die
schwarze Zeichnung aufgebracht. Schließlich kommt noch die weisse
Verzierung. Erneut wird alles eingebrannt. Besonders spannend ist das
Öffnen des Brennofens, hat das Glas gehalten ?